Browsing Category:

Allgemein

  • InAllgemein

    3 Monate autolos als Familie: Ein Fazit

    Als wir im Juli diesen Jahres unser Auto verkauften fiel erstmal eine Last von mir. Keine lästigen Service-Termine mehr. Keine Stress, weil wir noch im Mai mit Winterreifen fuhren, keine überraschende Reparaturkosten, nie wieder Waschanlage und Auto saugen. Ich frage mich, ob dieses Gefühl der neuen Freiheit bleiben wird oder ob wir schon in ein paar Monaten anders darüber denken und das Auto vermissen? Und ich muss sagen: bis jetzt noch kein bisschen. 

    Die Entscheidung ein autoloses Leben zu führen, wurde uns ein bisschen abgenommen, da unser Auto sich langsam seine Einzelteile auflöste. Wir standen also vor Frage: Was tun? Neues Auto anschaffen? Brauchen wir das wirklich?

    Wir wohnen in der Münchner Innenstadt, sind eine Family of 3. Mein Mann und ich arbeiten zentral, der Kindergarten unserer fast 4 jährigen Tochter ist vor der Haustür. Das Auto wurde in der Regel 1 Mal die Woche zum Einkaufen bemüht und ansonsten aus reiner Beguemlichkeit, um nicht durch den Regen zu laufen. Und natürlich fahren wir 1-3 Mal im Jahr mir dem Auto in den Urlaub oder besuchen Verwandte in anderen Bundesländern. Aber brauchen wir dafür wirklich ein eigenes Auto? Kriegen wir das nicht anderes hin? Wir wagten es.

    Zunächst einmal stiegt ich viel öfter aufs Fahrrad. Egal ob zur Arbeit, Freunde besuchen, Einkaufen oder in den Biergarten. Das Fahrrad wurde mein Fortbewegungsmittel des Sommers. Ich kam überall schnell hin und konnte meine Tochter einfach in den Fahrrad-Sitz packen. Mittlerweile haben wir uns einen gebrauchten Fahrrad-Anhändger zugelegt, da man mit diesem einfach noch etwas mehr Stau-Raum hat. Der Anhänger wird nun neben dem Kind-Transport auch für Einkäufe verwendet. Super praktisch. In der Winterzeit lässt die Fahrrad-Lust natürlich ein wenig nach. Aber trotzdem komme ich mit dem Anhänger auch bei kalten Temperatur oder Regen schnell an Ziel. 

    Auch das E-Roller Angebot der Start München hat seit der Autolosigkeit meine Aufmerksamkeit. Kurze Stecken (ohne Kind) zu den Schwiegereltern oder von der Tram/U-Bahn nach Hause mache ich gerne damit.

    Für Ausflüge ins Münchner Umland nutzen wir das Bayernticket der deutschen Bahn oder wir bemühten eins der vielen Car-Sharing Angebote. Hier kann man sich gerade nicht beschweren, was die Auswahl angeht. Der Autodienst Oply ist einer unserer Favoriten. Die Autos werden in einer Nachbarschaftszone um unser Haus herum geparkt man kann diese sehr flexibel mieten oder auch für einen ganzen Tag vorab reservieren. Fast immer ist ein Auto in unserer Nähe zu finden, falls mal spontan eine Fahrt zum Baumarkt oder in die Flugwerft in Unterschleissheim ansteht. Den Autositz unserer Tochter haben wir der Wohnung stehen und können ihn schnell über IsoFix in jedes geliehen Auto einsetzen.

    Mein Mann hat außerdem die Möglichkeit über seine Arbeit eine Auto anzumieten, sofern es frei ist wir früh genug dran denken, es zu checken. Zugegeben: das Anmieten, Leihen, Organisieren eines Autos ist umständlich. Man muss gut vorausplanen und auch Wege für Abholung und zum Zurückbringen in Kauf nehmen. Aber ist das denn so schlimm? Finde ich gar nicht. Geht bis jetzt 1A.

    Für einen Besuch in Österreich haben wir uns letztens auch ein Auto von Freunden geliehen, die sagen: „bei uns steht das Auto auch meinst rum. Sagt Bescheid, wenn ihr es mal braucht“. Einige unserer Freunde haben das angeboten, also sie hören dass wir uns kein Auto mehr kaufen wollen. Das finde ich ganz ganz toll und wünsche mir mehr davon! Weg vom dem Auto als Statussymbol zu einem Auto als Fortbewegungsmittel, welches so effizient wie möglich genutzt werden sollte. Auch von mehreren Familien oder Personen. Vielleicht sollte ich eine Website dazu machen? Oder gibt es diese schon? Moment Ich google mal…

    Als Fazit der ersten autolosen Monate würde ich folgendes sagen: es geht ganz wunderbar. Ich vermisse nix. Im Gegenteil: wir freuen uns über jedes neue Auto, welches wir fahren und dann auch wieder abgeben dürfen. Natürlich hilft es sehr, dass wir in einer Stadt wie München leben und keine langen Wege im Alltag haben. Das Angebot in München ist mega, die Anbindung mit die öffentlichen Verkehrmittel unschlagbar. Und es hilft auch, dass wir „nur“ 1 Kind haben. Für eine Groß-Familie sieht die Nummer wieder ganz anderes aus. Unsere Umstände passen eben gerade gut. Ohne Auto wird definitiv etwas mehr Orga und Planung abverlangt, aber das ist ok und machbar. Ich habe viele spontane Veränderung in unserem Familienleben wahrgenommen. Wir kaufen anderes ein: gezielter oder lassen die Basics liefen. Der Rest wird auf dem Wochenmarkt erstanden. Wir planen besser und unternehmen dadurch auch mehr. Wir bewegen uns mehr und sind gefühlt viel flexibler als vorher.

    0
  • InAllgemein

    #weiseworte 6

    *quote of the week
    Dear Mr. President…
    egal, in welche Richtung wir gerade gucken, machen einige der Mächtigsten der Welt genau das…

    Read more
    0